Beton
Der französische Gärtner Joseph Monier hat 1867 als erster ein Ver- fahren zum Patent angemeldet, nachdem er festgestellt hatte, dass seine Pflanzkübel, die er mit Baumaterialien, Sand, Kies und Zement als Bindemittel, gemischt mit Wasser und eingelegtem Metallgerippe, keine Risse aufwiesen. Dies war der Beginn des Stahlbetons. Durch neu entwickelte Techniken gelang es, die Formbarkeit und Plastizität des Betons nutzbar zu machen und ihm durch Armierungseisen Festigkeit zu verleihen. Durch die hohe Druckfestigkeit des Betons in Kombination mit der Zugfestigkeit des Stahls wurden große Spannweiten möglich z.B. auskragender Decken auf schlanken Pfeilern als tragende Elemente gebaut werden. Die gute Formbarkeit beim Beton ermöglicht in Verbindung mit seiner Zugfestigkeit den Guss von Formen, die man aus Stein nicht herstellen können.

Abb. 1: Pantheon, Rom
Das Pantheon in Rom, 27 v. Ch. gebaut, hat eine Höhe von 43,6 m. Die Dachkuppel in Form einer Halbkugel weist eine Spannweite von 43 m auf. Forscher haben ermittelt, dass die Kuppel aus Eisenbeton besteht. Als einzige Lichtquelle dient ein Kuppelauge mit einer Öffnung von 9m Durchmesser. Diese Öffnung mit den umgebenden Mauern ist so gewählt, dass die Thermik ein Eindringen von Niederschlagswasser verhindert.
1912 entstand in Köslin (Pommern) im Rahmen einer Gewerbe-, In- dustrie- und Landwirt-schaftsausstellung ein freistehendes Treppenbauwerk mit zwei auskragenden Podestplatten. Mit dem ca. 10 m hohen Bauwerk demonstrierte man die technischen Möglichkeiten dieses Werkstoffes. Es war eine aufsehenerregende, publikumswirksame Demonstration.
1913 entstand in Dresden mit der Jahrhunderhalle eine imposante Architektur und kühnes Werk der Ingenieurbaukunst.
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Abb. 2: Städtische Stadion von Florenz, gebaut 1932 mit der ersten gebogenen Treppe
1932 schöpfte der Ingenieurarchitekt Pier Luigi Nervi die gestalterischen Potentiale des Stahlbetons voll aus. Er schuf für das städtische Stadion von Florenz eine weit auskragende Bogentreppe. Da dies das erste Bauwerk in solch einer gebogenen Form war und es keine sta- tischen Berechnungswerte gab, zog sich der Bau über drei Jahre hin.

Abb. 3: Gothaneum in Dornach bei Basel, Schweiz
In den Jahren zwischen 1923 und 1928 entstand das Goetheanum 2 in Dornach bei Basel. Nach dem Brand des ersten Goetheanum, das aus Holz bestand, fertigte Rudolph Steiner das Bauwerk in Beton. Es wurde eine Meisterleistung, bei der statische und plastische Ansprüche zu erfüllen waren, besonders im Schalungsbau.
Mit dem 1906 gegründeten Weimarer Bauhaus wuchs eine avant- gardistische Bewegung heran, die den künstlerischen Anspruch mit praktischen und wirtschaftlichen Ansprüchen vereinte. Zu ihren Vertretern zählten Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Bruno Taut. Die verwendeten Materialien sollten kompositorisch ausgewogen und einfach sein.
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